Vor einigen Monaten fand ich eine Anzeige im Internet für den Verkauf eines Alfa Romeo Duetto-Spiders von 1966. Der Preis war mit 16.000 Euro deutlich unter dem Marktwert für den angeblich guten Zustand, Verkaufsgrund: umständehalber.

Trotz meiner Skepsis habe ich per Email Kontakt zu dem Verkäufer aufgenommen, der mir in sehr schlechtem Deutsch folgende Geschichte auftischte: Er habe als Engländer mehrere Jahre in Nordrhein-Westfalen gelebt und sei seit kurzem von seiner deutschen Frau geschieden. Vor wenigen Wochen sei er daher wieder in seine Heimat zurückgekehrt, konkret auf die Insel Wight, und habe seine große Liebe, nämlich den Alfa, mitgenommen.

Die Story klang schon irgendwie extrem seltsam und mein Misstrauen wurde noch größer, als er mich einlud, das Auto entweder „risikofrei“ unbesehen zu kaufen oder zu einem Vor-Ort-Termin nach England zu kommen. Inzwischen führten wir den Email-Verkehr auf Englisch, und auch hier fiel mir auf, dass das Englisch des Verkäufers zwar ganz OK war, aber definitiv nicht auf Muttersprachen-Niveau und auch nicht mit wirklich Britischem Wortschatz. Ein LKW ist in Großbritannien eben ein Lorry und kein Truck…. Wenn ich nicht rund vier Jahre lang in England gelebt und gearbeitet hätte, wäre mir das vielleicht gar nicht aufgefallen.

Da ich natürlich nicht vorhatte, extra für eine Besichtigung des Spiders auf die Insel Wight zu reisen, wollte ich von ihm wissen, was genau er sich denn unter einem risikofreien Direktkauf vorstellte. Und hier wurde es wirklich abenteuerlich: Ich sollte die Hälfte der Summe an einen Spediteur überweisen, der das Fahrzeug zu mir nachhause transportieren würde. Wenn das Auto nicht dem versprochenen Zustand entsprechen sollte, würde er das Geld zurück überweisen, solange hätte ich ja das Fahrzeug vor Ort als Sicherheit. Und falls der Alfa OK sei, würde ich den Rest überweisen und dann auch die Papiere für das Auto von ihm per Post erhalten. Naja…… euch ist klar, worauf das hinauslaufen sollte.

Mir war das spätestens dann auch klar. Da auf den Internet-Fotos das Fahrzeug mit einem Nummernschild des Kreises Mettmann abgebildet war, habe ich kurzerhand bei der dortigen Zulassungsstelle angerufen. Und war wirklich überrascht, wie hilfsbereit und engagiert man mir helfen wollte und konnte. Großes Lob also an das Amt in Mettmann! Natürlich durfte ich aus Datenschutzgründen keine Auskunft über den damaligen Halter des Fahrzeuges erhalten. Aber meine Frage, ob es sich bei dem Namen des Inserenten um einen früheren oder den jetzigen Halter handele, wurde klar mit NEIN beantwortet. Was also im Klartext hieß, dass mein englischer Freund (der vermutlich weder Engländer war noch sich in England aufhielt) einfach aus dem Netz ein Bild kopiert und sich als Eigentümer ausgegeben hatte.

Als ich den Inserenten dann bat, mir einen Scan des Fahrzeugbriefes mit seinem Namen darin zu schicken, brach er den Kontakt natürlich ab, da ich ganz klar seinen Betrugsversuch erkannt hatte.

Man liest und hört ja immer wieder über derartige Betrügereien im Internet. Aber das war das erste Mal, dass ich tatsächlich mit einer solchen Geschichte persönlich konfrontiert wurde. Wenn ihr auch schon Ähnliches erlebt habt, freue ich mich über eure Kommentare.

 

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