Gut fährt er sich, der neue Macan. Ich konnte die S-Version mit 354 PS einen Tag lang ausprobieren und so direkt mit unserem Familien-Cayenne mit gleicher Motorisierung vergleichen. Aufgrund des geringeren Gewichts ist der Macan S etwas spritziger als der Basis-Cayenne und, in Verbindung mit der kürzeren Karosserie und dem knapperen Radstand, auch etwas wendiger. Er fühlt sich mehr nach sportlicher Mittelklasse an als nach schwerem SUV.

Das hat natürlich auch eine Kehrseite: Das Platzangebot vor allem im Fond und im Kofferraum ist deutlich kleiner, zu Dritt möchte man hinten auf längeren Strecken sicher nicht sitzen. Es fällt auch auf, dass einige der äußeren Designelemente wie das hintere durchgehende Leuchtband, ebenso wie ein paar der Innenraum-Innovationen aus dem neuen Cayenne übernommen wurden. Warum auch nicht, wenn sich Designer schon die Mühe machen, Neues zu erschaffen, das zudem noch gut aussieht, kann es gerne in möglichst vielen Modellen verbaut werden. Allem voran kann man den Bildschirm in Kinoleinwand-Größe nennen, der eine fantastische Auflösung und ein episches Format hat – und nun auch im Macan flimmert. Leider wurde versucht, zu viele zu kleine Bedienfelder auf dem Bildschirm zu platzieren, die man bei forcierter Fahrt oder auf unebenen Pisten oft einfach nicht trifft. Das geht schon in Richtung Over-Engineering, manchmal ist Weniger doch Mehr. Auch solche Schmankerl, wie dass sich bei geöffneter Karte weder der Radiosender erkennen noch ändern lassen kann – ohne mit mehreren Klicks in ein ganz anderes Menü zu wechseln und dann die Karte nicht mehr zu sehen – ist eines Porsches unwürdig. Das war in früheren Modellen besser und ging sogar am Lenkrad.

Worauf man im Macan Innenraum netterweise verzichtet hat, ist der Einbau der Eislaufbahn-Mittelkonsole mit den eingelassenen Schaltflächen, die so schön das Hautfett der Finger speichern. Ohne dabei einen echten Mehrwert zu bringen. Im Macan findet man also noch die matt lackierten guten alten Schalttasten, mit denen ich auf jeden Fall besser zurechtkomme.

Fazit: Wer keinen 4-5-Personenhaushalt transportieren muss, findet im Macan eine tolle Alternative zum Cayenne. Er ist gefühlt leichtfüßiger, sieht toll aus und liegt auch preislich ein ordentliches Stück unter seinem großen Bruder.

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