Seit einigen Monaten bewege ich einen Citroen DS5 auf Kurz- und Langstrecken, insgesamt rund 15.000 km. Es handelt sich um ein Diesel-Modell von 2014 mit 181 PS und so ziemlich allem, was die Aufpreisliste bei Citroen hergibt.

Was positiv auffällt

Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieses Kapitel wird kurz. Die DS5 fährt sich recht bequem, Fahrwerk, Sitzmöbel und das gesamte Handling sind auf Komfort ausgelegt, was im Großen und Ganzen auch vernünftig gelungen ist. Man sollte also kein spritziges Fahrverhalten, Kurvenräubern oder Beschleunigungswunder erwarten, was einem aber auch nicht versprochen wird.

Die innere und äußere Optik sind speziell, kann Individualisten aber möglicherweise gefallen – ich gehöre nicht dazu. Ein ganz nettes Detail ist auch das dreigeteilte Panoramadach, dessen Scheiben man einzeln verdunkeln kann. Ob das in der Praxis häufig benötigt wird, sei mal dahin gestellt, aber es besteht immerhin die Möglichkeit dazu.

Was negativ auffällt

Fangen wir beim Navigationssystem an: Dieses ist eine absolute Katastrophe. Ich weiß nicht, von welchem Hersteller Citroen das System bezieht, aber hier ist dringender Reformbedarf angesagt. Zieleingaben müssen sehr umständlich über einen Drehsteller in der Mittelkonsole eingegeben werden, an der ganzen Handhabung ist nichts intuitiv, es ist umständlich und nervig. Selbst wenn es nicht für einen Touch-Screen gereicht hat, könnte man alles leichtgängiger und flüssiger gestalten, wie es z.B. bei BMW oder Audi gelungen ist. Und wenn endlich das gewünschte Ziel eingegeben ist, muss man noch etliche Male auf OK drücken, um diverse Routenoptionen und Hinweise weg zu klicken, die bei anderen Systemen in den Optionen nur einmal festgelegt werden müssen und dann nicht bei jeder Zieleingabe neu aufpoppen.

Ebenfalls schlecht an dem Navi ist die Karte selbst, die sich überhaupt nicht bewegen lässt. Sie kann entweder komplett im Bildschirm eingeblendet werden oder nur teilweise, wobei sich mir nicht wirklich erschließt, wann Letzteres Sinn machen soll. Es ist eher ein Feature, das die Dinge verkompliziert und niemanden weiter bringt.

Auch miserabel ist die Klimatisierung im Innenraum. Bei niedrigen Temperaturen beschlagen schon mal die Scheiben von innen, und man hat ständig das Gefühl, dass Sauerstoff fehlt. Letzteres liegt sicher an der Luftzirkulation, die offensichtlich unterdimensioniert ist und auch bei “voller Power” der Klimaanlage kein wirklich angenehmes Raumklima erzeugen kann. Genauso wie die Sitzheizung, die diesen Namen eigentlich nicht verdient. Selbst auf höchster Stufe möchte man dauernd nachschauen, ob man nicht doch vergessen hat, sie überhaupt anzumachen.

Ein völlig sinnfreies Design findet sich an der Heckscheibe, die durch einen dicken Balken zweigeteilt ist. Mit der Konsequenz, dass die Sicht nach hinten weniger als bescheiden ist und der Heckscheibenwischer, der nur auf der unteren Hälfte wischt, wie ein Spielzeug wirkt.

Die gesamte Verarbeitungsqualität passt ins Bild: Auf dem hinteren Rad löst sich die Schraubenabdeckung teilweise und kann ohne Einsatz von viel Gewalt nicht wieder vernünftig angebracht werden; die Spaltmasse am Kofferraumdeckel sind so schlecht justiert, dass der Deckel beim Schließen auf der Stoßstange Kratzspuren erzeugt; das schlüssellose Entriegeln der Türen funktioniert nur manchmal, tendenziell immer dann nicht, wenn man alle Hände voll hat; und seit einigen Wochen signalisiert die Kontrollanzeige für Reifendruck ein Problem vorne links, wo aber definitiv keines ist – und man kann diese Kontrollanzeige auch nicht im Menü abstellen.

Kurzum: Dinge, die man bei einem Auto in der 40.000 Euro Preisklasse eigentlich nicht sehen möchte. Meine bisherigen Erfahrungen mit französischen Autos waren allerdings sehr ähnlich, irgendwie scheinen es die Gallier einfach nicht hinzubekommen, Technik zuverlässig zu machen. Achtet mal darauf: Wenn ihr auf der Straße ein Auto mit einem Elektrik-Problem seht, wie z.B. kaputtes Licht, falsch funktionierender Blinker oder dauerhaft leuchtendes Rücklicht, ist die Chance groß, dass es sich um ein Fabrikat aus Frankreich handelt.

Fazit

Die DS5 ist ein Auto, das niemand braucht. Sie ist Citroens Versuch, ein Komfort- und Luxus-betontes Fahrzeug oberhalb der Standard-Citroen-Palette auf die Räder zu stellen – was aber gründlich misslingt. War die Ur-DS aus den Fünfzigerjahren noch eine echte Revolution und ein Meilenstein der Automobilgeschichte, wirkt der aktuelle Versuch, unter Verwendung desselben Namenskürzels an die guten alten Zeiten anzuknüpfen, einfach nur verzweifelt und bemüht.

Das Auto ist bisher schon zuverlässig von A nach B gefahren, wobei die oben beschriebenen Mängel – zu denen auch ein gelegentlich ausfallendes Zentraldisplay gehören – nicht gerade ein Urvertrauen in die Technik fördern. Und um einigermaßen bequem sein Ziel zu erreichen gibt es sicher auch günstigere Optionen.

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