Der Fiat 500 ist das wohl erfolgreichste Retro-Design Auto auf deutschen Straßen. Obwohl es ein typisches Frauen-Mobil ist, finde ich das Design sehr pfiffig und dank der breiten Modell-Palette ausgesprochen vielseitig. Und es hat mich immer schon gereizt, einmal damit zu fahren – welch ein Glücksfall also, dass ich neulich einen 500 C (mit Faltdach) für einen ganzen Tag zur Verfügung hatte.

Das Fahrzeug ist in seiner schwächsten Motorisierung leider sehr asthmatisch, die Beschleunigung von 0 auf 100 beträgt gefühlt unendlich und jede leichte Steigung wird zur Geduldsprobe, die nur durch Herunterschalten zu bewältigen ist. Wer einigermaßen zügig im Stadtverkehr mitschwimmen möchte, muss die Gänge richtig ausfahren, was mit der manuellen Schaltung aber ganz gut geht. Die Straßenlage ist für den kurzen Radstand auch gar nicht schlecht und könnte deutlich mehr PS vertragen. Die Sitze sind relativ breit und bequem für einen Klein(st)wagen, bieten allerdings so gut wie keinen Seitenhalt. Damit wird jede Kurve vor allem für den Beifahrer zum großen Spaß, der sich an keinem Lenkrad festhalten kann. Ideal also, um sich auf einer kurvigen Strecke näher zu kommen.

Das Interieur ist ansprechend gestaltet und harmoniert in seiner einfachen, aber frech-lustigen Art gut mit dem äußeren Design. Etwas irritiert hat mich aber die Tatsache, dass mein Fahrzeug tatsächlich keine Klimaanlage besitzt – so etwas sollte heutzutage definitiv nicht mehr gebaut werden. Auch das Faltdach des C-Modells kann im Hochsommer eine fehlende Klimatisierung sicher nicht ersetzen, obwohl es schon für ordentliche Verwirbelung sorgt. Das ebenfalls fehlende Navi verblasst im Vergleich dazu, zumal es ja auch leicht durch ein mobiles Gerät ersetzt werden kann. Schalter und Knöpfe sind ausreichend groß dimensioniert und übersichtlich angeordnet, wenn auch die Haptik an manchen Stellen etwas “lapprig” wirkt.

Der Fiat 500 ist das ideale Zweitfahrzeug für die Stadt. Er passt in (fast) jede Parklücke, lässt sich leicht und wendig steuern und bietet selbst mit seinem bescheidenen Kofferraum genügend Platz für 2 Getränkekisten und den üblichen Supermarkt-Einkauf. Wegen der geringen Leistung und den gar nicht konturierten Sitzen taugt er dagegen kaum für Langstrecken oder kurvige Landstraßen, obwohl die Lenkung präzise und leichtgängig ist.

Insgesamt finde ich den kleinen Italiener perfekt für Menschen, die kurze Strecken stilvoll zurücklegen möchten, auch wenn ich als Mann nicht unbedingt darin gesehen werden will. Außer es handelt sich um die Abarth-Version, deren Probefahrt aber noch aussteht…

Diese Artikel könnten Dich auch interessieren: