Italienurlaub 2020

In den letzten Monaten gab es nicht viel zu berichten, die Lahmlegung des öffentlichen Lebens durch die Regierungen in vielen Ländern über mehrere Wochen hat wenig Raum für interessante Ereignisse gelassen. Aber jetzt, da Reisen wieder möglich sind und Autohersteller und Autohäuser langsam wieder Fahrt aufnehmen, sollte es auch mit spannenden Themen rund um die Mobilität weiter gehen.

Und der erste Beitrag in diesem Jahr steht auch schon an: Unser gerade zu Ende gegangener Urlaub in der Toskana. Wir hatten diesen schon vor vielen Monaten geplant und gebucht, und da die Reisebeschränkungen innerhalb der EU Mitte Juni aufgehoben wurden, wollten wir unseren Urlaub auch wie geplant antreten. Weil wir die Reise mit dem Auto geplant hatten, war ich zunächst etwas skeptisch in Bezug auf die Grenzkontrollen. Man hat ja das eine oder andere gehört und gelesen, und egal wie die Lage heute ist, kann sich morgen alles schon anders darstellen. Irgendeine Behörde beschließt, eine zweite Virus-Welle als Labor-Pandemie durch erhöhte Testzahlen herbei zu beschwören, und schon gibt es irgendwelche Probleme bei der Rückreise und Quarantäne-Androhungen. Aber Risiken gibt es immer, das liegt in der Natur des Lebens. Und wir wollten uns letztlich davon auch nicht bestimmen oder abschrecken lassen.

Zum Glück haben sich diese Überlegungen auch als unbegründet herausgestellt. An den Grenzen sowohl zur Schweiz als auch nach Italien wurden wir – wie in guten alten Zeiten – einfach durchgewunken. Niemand wollte einen Personalausweis sehen oder auch nur irgendeine Frage stellen. Wir sind an einem Donnerstag hingefahren und an einem Sonntag zurückgekehrt; an beiden Tagen war der Verkehr ganz erträglich, merklich weniger als sonst um diese Jahreszeit. Vom Norden mussten wir am Gotthard-Tunnel, dem traditionellen Nadelöhr bei der Fahrt durch die Schweiz, rund eine halbe Stunde warten; bei der Rückreise aus dem Süden wäre der Stau über eine Stunde lang gewesen, daher haben wir uns für die Fahrt über den Pass entschieden. Und hier hatten wir Glück, der Verkehr war mäßig, es gab weder einen Postbus noch eine Kolonne von Wohnwagen-Gespannen vor uns, so dass wir entspannt fahren konnten. Die Mittagspause auf der Passhöhe wurde von Sonnenschein und 22 Grad begleitet, auch das keine Selbstverständlichkeit für den Gotthard. Ich erinnere mich an frühere Jahre, in denen wir im August bei 10 Grad im Nieselregen und Nebel in unseren kurzen Hosen standen.

In Italien war auch alles gefühlt annähernd „back to normal“. Ähnlich wie hier gilt Maskenpflicht in geschlossenen Räumen wie Geschäften und Restaurants, und einige Menschen meinten auch, sich an der frischen Luft ein Stück Stoff vor die Nase binden zu müssen. Sonst aber der übliche Betrieb, alles war geöffnet und ganz gut besucht. Ich würde grob schätzen, dass ca. zwei Drittel der sonst üblichen Menschenmenge auf den Straßen, in den Lokalen und am Stand unterwegs waren. Neben Italienern, die natürlich die größte Gruppe darstellten, gab es durchaus jede Menge Touristen aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Belgien, sogar Russland. Was komplett fehlten waren Amerikaner und Asiaten, hier scheinen die Flugverbindungen noch recht eingeschränkt zu sein. Für uns war das natürlich eine sehr entspannte Situation, für die lokale Tourismus-Industrie wohl weniger.

Gefahren sind wir mit unserem Familien-Cayenne, der uns zuverlässig überall hin- und wieder zurückgebracht hat. Ganz ohne Probleme verlief es allerdings nicht. Bei einer Autowäsche wurde durch die Waschanlage die Plastik-Verkleidung des hinteren Scheibenwischers abgerissen, der dabei kaputt ging. Das ist uns schon mehrmals auch in Deutschland passiert, es ist kein Manko der Waschanlage, sondern ein Konstruktionsfehler am Auto. Man kann das nur verhindern, indem man eine Plastikfolie über den Scheibenwischer zieht – sofern man eine hat. Und auf der Heimreise fiel auf halber Strecke der Abstandssensor aus (übrigens auch nicht zum ersten Mal), wodurch der Tempomat nicht mehr zu benutzen war. Das sind Probleme, die wir mit früheren Cayenne-Modellen nicht hatten, und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass bei der Entwicklung des aktuellen Typs an zu vielen Stellen mit der heißen Nadel gestrickt wurde. Wir haben das Fahrzeug seit ziemlich genau zwei Jahren und mussten damit häufiger außerplanmäßig zur Werkstatt als mit meinem Alfa Romeo Julia QV. Soviel zum Thema deutsche Qualität und italienische Schlamperei.

Ab September sind wieder größere Veranstaltungen in Italien erlaubt, was natürlich auch für Automessen gilt. So findet z.B. vom 25.-27. September die AUTOCLASSICA in Mailand statt. Und große Outdoor-Veranstaltungen sind ebenfalls wieder im Programm wie die beliebte Targa Florio vom 15.-18. Oktober. Ich bin sicher, die Veranstalter freuen sich auch über Besucher aus dem Ausland.

Alles in allem wurde es ein fantastischer Urlaub mit all den Zutaten, die uns regelmäßig nach Italien bringen: tolle Landschaft, sehr nette Menschen, wunderbares Essen und bezaubernde Städte. Und den herrlichen Sandstrand an der Versilia nicht zu vergessen. So viele Coronas kann es gar nicht geben, dass wir uns das dauerhaft vermiesen lassen würden.

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