Die diesjährige Ausgabe der Techno Classica wurde ihrem Anspruch als weltweit führende Oldtimer Messe wieder einmal gerecht. Alle Messehallen der Gruga waren bis unter die Decke belegt, und das Angebot an Fahrzeugen suchte seinesgleichen. Egal, ob es ein Youngtimer für den schmaleren Geldbeutel sein sollte oder die Wertanlage im sechs- oder gar siebenstelligen Bereich: Wer in Essen nicht fündig wurde, muss schon einen sehr ausgefallenen Geschmack haben.

Dabei fällt auf, dass die rasanten Preisentwicklungen der letzten 8 bis 10 Jahre, die bereits letztes Jahr stark abgebremst wurden, auch in diesem Jahr stagnieren. Klassische Fahrzeuge sind nach wie vor eine beliebte Wertanlage in Zeiten niedriger Zinsen, aber die Decke scheint langsam erreicht zu sein. Wobei mir persönlich schon lange die Fantasie fehlt um zu begreifen, dass ein 300 SL Flügeltürer Mercedes aus den 50er Jahren weit über 1 Million Euro kosten soll. Hier klaffen für mich die von Angebot und Nachfrage getriebene Preisfindung einerseits und das real existierende Blech auf der anderen Seite schon sehr weit auseinander. Das gilt im Prinzip für jeden exaltiert bepreisten Klassiker, allen voran die Vorkriegs-Nobel-Marken wie Bentley, Hispano Suiza oder Rolls Royce sowie viele der frühen Porsche 911-Modelle.

Und gerade die deutschen Hersteller Mercedes und Porsche waren – wieder einmal – auf der Techno Classica überproportional vertreten, hier würde ich mir etwas mehr Vielfalt wünschen. Wobei ich auch feststellen konnte, dass im Vergleich zu den Vorjahren wieder (gefühlt) mehr Italiener zu sehen waren, sowohl teure Exoten-Renner aus den 30er Jahren als auch Brot-und-Butter-Klassiker wie Alfa Romeo Montreal, Bertone und Giulia oder Maseratis aus den 60er Jahren.

Und es gab noch eine weitere interessante Premiere: Zum ersten Mal überhaupt war ein japanischer Hersteller mit einem eigenen Stand vertreten, in Form der „Subaru Freunde Deutschland e.V.“. Dass damit tatsächlich der kleinste Serienhersteller aus der Heimat des Sushi seine Aufwartung machte, ist ebenfalls bemerkenswert. Und das ist ausschließlich den sehr engagierten Freunden der Marke zu verdanken, die sich erst kürzlich vereinsmäßig organisiert haben und dann auch gleich Nägel mit Köpfen machten. Glückwunsch, es ist genau dieses Engagement, das eine Messe wie die Techno Classica braucht, um authentisch zu bleiben und den riesigen Messe-Budgets der großen Hersteller und renommierten Händler und Restaurateure Paroli zu bieten.

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